Der lange Weg zurück

Durch einen Arbeitsunfall konnte ich mein geliebtes Hobby, das Alphornblasen, 2012/13 für ca ein Jahr nicht ausüben. Auf dem 'Weg zurück' durfte ich aber meinen Körper ganz neu kennenlernen und dabei insbesondere die Elemente von Atmung und Stütze auf ganz spezielle Art erfahren. Hier die Kurzfassung der Chronologie jener Ereignisse:

  • Das Unheil beginnt im November 2012 mit dem Sturz in eine Baugrube. Die Betonplatte ist stärker als mein Kopf.
  • Die retrograde Amnesie, die Rippenbrüche, PrellungenSchürfungen, auch die Hirnerschütterung und Zahnverschiebung, all dies wird zur Nebensache, denn für mich als Bläser ist die 'gespaltene' Oberlippe die eigentliche Katastrophe !!! Sie bedeutet schliesslich beinahe ein Jahr blasende Abstinenz !!!!!
  • Die massiv geschwollene Oberlippe wird bei der ärztlichen Erstversorgung notdüftig zusammengenäht.
  • Es folgen diverse Kontrollen, Untersuchungen und Behandlungen beim Zahnarzt, Hausarzt und bei Spezialisten der Hals-Nasen-Ohren-Klinik.
  • Dann - nach ca 2-3 Monaten - der erste Versuch, wieder zu spielen. Dieser Versuch eines Wiederaufbaus misslingt.
  • Hauptgrund ist die durch das grobe Zusammenbüetzen der Oberlippe entstandene, enorm störende Narbe . Diese wirkt wie eine Trennwand und es scheint, als würden die linken und rechten Fasern der Oberlippenmuskulatur nicht miteinander korrespondieren.
  • Nun präpariere ich mir ein Mundstück mit Kerbe, um die störende Vernarbung so quasi im Mundstückrand zu versenken. Das erweist sich für den sanften Aufbau als das richtige Rezept.
  • In der Folge erfahre ich meinen Körper komplett neu. Die Wirkung von partiellen Techniken zur Veränderung der Tonhöhe wie z.B. die Rachenstellung oder die Atemstütze verblüfft. Speziell der Effekt des ausschliesslichen Einsatzes einer einzelnen Technik führt zu neuen Erkenntnissen.
  • Dann kann ich mich - zusammen mit den Ärzten - dazu entschliessen, beim Spezialisten die Lippen zu entnarben und die passenden Fasern wieder zusammenzufügen. Diese definitive Lippenoperation geschieht im Juli 2013 in der HNO-Klink in St. Gallen.
  • Danach geht der ganze Prozess der Heilung und des Wiederanlaufverfahrens erneut los. Diesmal funktioniert es bedeutend besser und die Durchgängigkeit der Lippenmuskulatur ist auch wieder gegeben.
  • Schliesslich ist es eine Lücke von ca einem Jahr, ein wiedererreichtes Potential von ca 93% der früheren Leistung UND ... 
    ICH MUSIZIERE WIEDER AUF DEM ALPHORN (und vielen andern Blasinstrumenten) !!!